Mein Kampf mit den Wörtern

Buchtrailer: „Von den Herrschern der See“

0

Posted on 23. Juli 2017 by

 

Ihr Lieben!

Ich freue mich wie Bolle, euch den Buchtrailer und das Cover für meinen neuen Roman „Von den Herrschern der See“ präsentieren zu dürfen. Das Buch erscheint im September, aber ihr dürft heute schon ein bisschen „Seeluft“ schnuppern. 😉

Film ab!

 

Status quo …

1

Posted on 2. Juli 2017 by

… für alle, die es nicht auf Facebook oder sonstigen Social Media – Kanälen verfolgen (auf denen ich weitaus reger bin, als auf meinem eigenen Blog – Asche auf mein Haupt!):

Ich. Habe. Fertig!

Nämlich die dritte (und letzte) inhaltliche Überarbeitung des dritten Teils meiner Grenzen-Saga! Nun werde ich das Ganze heute ins Korrektorat schicken und hoffe, euch dann ganz, ganz bald einen Veröffentlichungstermin nennen zu dürfen.

Das Cover ist übrigens auch schon fertig und was soll ich sagen? Es ist wieder einmal ganz wunderbar geworden. Petra Rudolf hat wieder ganze Arbeit geleistet. Teil III braucht sich hinter den ersten beiden Teilen zumindest optisch schon mal nicht zu verstecken. 😉

Ansonsten bin ich aktuell sehr fleißig. Im Mai habe ich „mal eben“ einen neuen Roman geschrieben, von dem ich mich schon sehr freue, ihn auf euch loszulassen – aber erst nächstes Jahr. Denn bis zum Ende des Jahres wird es hoffentlich noch ein weiteres Projekt zu euch in die Bücherregale schaffen. „Der Kuss der Muse“ (eine Leseprobe findet ihr hier) erhält aktuell auch ein schickes Cover von Petra Rudolf und wird mich in der zweiten Jahreshälfte noch einmal intensiv beschäftigen, bevor ihr dann endlich auch Alex‘ Abenteuer mit der ominösen „Silbernen“ lesen dürft.

Apropos Lesen: Ja, ich tue es wirklich! Und zwar am 26.Oktober im Rathaus der Stadt Kerpen. Also, wer mich schon immer mal Blut und Wasser schwitzend aus meinen eigenen Werken lesend erleben wollte, eine persönliche Widmung für seine Bücher ergattern möchte, oder einfach sonst nichts anderes zu tun hat – kommt vorbei! Nähere Infos folgen dann, sobald ich sie habe. 😉

Schreiben und Alltag

2

Posted on 13. März 2017 by

Schreiben und Alltag. Kein leichtes Thema. Und eines, über das sich bereits etliche Autoren ausgelassen haben … was mich nicht daran hindert, euch meine Methode darzulegen.

Jeder Mensch hat einen anderen Alltag, andere Prioritäten. Der eine arbeitet Vollzeit in einem Brotjob und schreibt deshalb zwangsläufig am Feierabend, der nächste kann vom Schreiben leben und gestaltet seine Arbeitszeiten selbst. Und dann bin da ich, Teilzeit berufstätig mit zwei kleinen Kindern, Mann, Haus und inkontinentem Hund. Puh, werdet ihr euch vielleicht denken, wo passt denn da das Schreiben noch rein? Und ganz ehrlich? Das frage ich mich auch oft genug.

Letztlich ist alles eine Frage der Priorität. Lange war das Schreiben nicht mehr als ein Hobby für mich. Etwas, das ich hintenan gestellt habe, bis ich mal eine freie Stunde hatte, um ihm zu frönen. Hatte ich keine Lust oder keine Ideen, ließ ich es bleiben. Dieses Konstrukt mag funktionieren, wenn einem das Schreiben nicht so wichtig ist. Mir ist es jedoch so wichtig, dass das Nicht-Schreiben bei mir seelischen Stress verursacht. Vergleichbar ist das vielleicht mit regelmäßigem Laufen. Die Sportler unter euch mögen mir zustimmen, wenn ich sage, dass regelmäßiges Training das A und O ist, um am Ball zu bleiben. Es hat keinen Zweck, alle vierzehn Tage mal die Laufschuhe zu schnüren und eine lockere Runde zu drehen, denn letztlich kann das Ergebnis einen nur frustrieren. Betreibt man den Sport jedoch regelmäßig, erzeugt es leicht einen gewissen Stress, ihm einmal nicht nachgehen zu können. Man fühlt sich getrieben und unausgeglichen. So geht es mir mit dem Schreiben.

Also? Was bleibt mir anderes übrig, als es zum festen Bestandteil meines Tages zu machen? Zu einem Automatismus, der nur in Ausnahmefällen ausgesetzt werden darf?

Manche Autoren geben den zweifellos wertvollen Tipp, zum Schreiben immer die gleiche Tageszeit zu wählen. Das Gehirn kann sich dann darauf einstellen und den „Kreativ-Schalter“ für diese Zeit umlegen. Das funktioniert bei mir nicht. Meine Arbeitszeiten sind flexibel und meine Kinder in ihren Gewohnheiten leider auch. Deshalb muss ich die Feste feiern, wie sie fallen. Sobald sich unverhofft ein Zeitfenster ergibt, überlege ich nicht erst, ob ich jetzt zuerst die Wäsche mache, die Spülmaschine einräume, staubsauge, oder, oder, oder … (die Liste der Dinge die man STATT Schreiben tun könnte, ist endlos, ehrlich!). Ich hab die Erfahrung gemacht – und teile sie gern mit euch – das Wäsche, Dreck und Co. zu den Dingen gehören, die einem nicht weglaufen, wenn man sie ignoriert. Ganz im Gegensatz zu Schreibzeit und Ideen. So ein Wäscheberg lässt sich wunderbar auch spät abends vor der Glotze beseitigen, und staubsaugen kann ich auch, während die Kinder um mich herumwuseln. Kein Grund, wertvolle Ruhestunden dafür zu opfern.

Also stürze ich zum PC, sobald sich ein Zeitfenster ergibt, lasse Facebook und Co links liegen, starte das Schreibprogramm und fange stumpf an zu tippen. Ehrlich, es ist die einzige Methode, die für mich funktioniert. Aber sie funktioniert auch nur dann, wenn ich am Ball bleibe. Denn habe ich ein paar Tage nicht am Text gearbeitet, muss ich mich erst wieder einlesen, den Faden finden. Und das ist mühsam und kostet wiederum … na? Zeit. 😉

Also, ran an die Tasten, das nächste Abenteuer wartet vielleicht schon.

Eure Rebekka

Von der Kunst des Überarbeitens

0

Posted on 2. Februar 2017 by

Im Augenblick überarbeite ich fleißig den dritten Teil meiner Wikingertrilogie (wenn ich nicht gerade über die Überarbeitung schreibe).

Anlass genug, ein wenig darüber zu plaudern, wie dieser große, unübersichtliche Berg aneinandergereihter Wörter, Sätze, Seiten zu bewältigen ist. Da sind sinnfreie Andeutungen der Protagonisten, die niemals wieder aufgegriffen werden, lose Handlungsstränge, papierdünne Statisten, Regen, wo vormals die Sonne schien, eine Nacht, die zum helllichten Tag wird, zuckende Schultern und wandernde Augen, so weit man blickt …

Es ist ein Graus, sich das liebgewonnene Projekt, in das man soviel Zeit und Herzblut gesteckt hat, aus der Distanz zu betrachten. Anfangs war ich relativ ratlos, was ich mit diesem heillosen Durcheinander denn nun anfangen soll. Wo beginnen? An welchem Ende zuerst zuppeln, ohne, dass sich das ganze, hochkomplexe Gebilde in Wohlgefallen auflöst?

Der erste Entwurf

Inzwischen – beim nunmehr dritten Roman – habe ich so etwas wie eine Routine beim Überarbeiten entwickelt. Und die beginnt schon beim Schreiben des ersten Entwurfs. Habe ich früher Stunde um Stunde in ein und dieselbe Szene gesteckt, habe sie schon im Entstehungsprozess überarbeitet, geschliffen und vollendet, so schreibe ich heute einfach alles stumpf runter, was mir einfällt. Ich schere mich weder um Orthografie noch Formulierungen, Dialoge schreibe ich meist sogar als blankes „Gerüst“ und füge Beschreibungen, wer, was, wo tut, erst in der Überarbeitung ein.

Denn die bittere Wahrheit, die jeder Autor früher oder später erkennt, ist die: Der erste Entwurf ist sowieso scheiße. Und selbst, wenn dir eine außerordentlich brillante und mitreißende Szene im ersten Entwurf gelingt (natürlich, nachdem du sie stundenlang überarbeitet hast), dann kannst du beinahe sicher sein, dass du dich im Verlauf der Überarbeitung der Tatsache stellen musst, dass diese Szene nicht mehr zum Rest der Geschichte passt und folglich in den Mülleimer wandern wird.

Es ist so bitter wie es wahr ist. Und deswegen schreibe ich einfach, versuche, mich am Plot entlangzuhangeln und keine Handlungsstränge zu vernachlässigen. Manchmal, wenn mein Bauchgefühl mir sagt, dass es sein muss, gehe ich im Text noch einmal zurück und überarbeite einzelne Szenen inhaltlich, bevor ich weiterschreibe.

Überarbeitung, die Erste

Die eigentliche Arbeit beginnt erst jetzt. Den ersten Überarbeitungsdurchgang gehe ich recht zügig nach dem Fertigschreiben des Entwurfs an. Hier schaue ich hauptsächlich auf die Geschichte, das Gerüst. Ist alles stimmig? Müssen fehlende Szenen eingefügt werden? Haben die Figuren genug Tiefgang? Falls nicht, wie kann ich das ändern? Muss hier und da noch nachrecherchiert werden? usw.

In diesem Durchgang wird viel gestrichen, umgestellt und hinzugefügt. Natürlich achte ich auch hier schon auf Formulierungen, Wortwiederholungen etc., aber nicht in erster Linie. Hier geht es um das „Große Ganze“, um die Geschichte an sich. Das „Feintuning“ beginnt erst danach.

Überarbeitung, die Zweite

Nach der ersten Überarbeitung lasse ich das Ganze ein paar Wochen liegen. In dieser Zeit widme ich mich anderen Projekten, denke über eine neue Geschichte nach oder befasse mich mit Coverentwürfen, Klappentext und was sonst noch dazugehört. Oft mache ich mir auch Notizen, worauf ich in der zweiten Überarbeitung besonders achten möchte, denn die geht dann schon ziemlich ins Detail.

Mein Anspruch für die zweite Überarbeitung ist (krass gesagt) Folgender: Falls ich das Zeitliche segne, sollte die Geschichte schon so weit gereift sein, dass ich mich – im Falle einer Veröffentlichung postum durch gierige Erben – dafür nicht aus dem Grab heraus schämen muss. 😉

Klingt heftig? Hilft mir aber, wirklich auf die Details zu achten.

„Willst du das wirklich so schreiben? Ist diese Szene genauso, wie du sie haben willst? Lässt du das ohne Recherche so stehen?“ …

Es ist allzu leicht, besonders wenn man müde und lustlos ist, über „Fehlerchen“ hinwegzugehen. Nicht selten denke ich „Ach komm, du überarbeitest ja noch mal …“

NEIN. Schreib es so, wie es sein sollte. Und zwar genau JETZT.

Spätestens jetzt wird auch gnadenlos gestrichen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Dieser Durchgang dauert meist am längsten, denn ich arbeite so lange, bis mein Bauchgefühl mir sagt, dass es jetzt gut ist. Wenn ich wirklich mal nicht weiter weiß, notiere ich mir die entsprechende Stelle, um später die Betaleser gezielt danach zu fragen. Alles andere sollte nach der zweiten Überarbeitung so sein, dass ich sicher bin, es alleine und zum jetzigen Zeitpunkt ganz gewiss nicht besser machen zu können.

Betalesen

Guten Gewissens und mit dem Gefühl, etwas Erstaunliches erschaffen zu haben, gebe ich die Geschichte nun aus den Händen. Eine Gruppe lieber Menschen kümmert sich von nun an fürsorglich und liebevoll um meine frischgeschlüpfte Geschichte … Moment mal. Fürsorglich? – Ja. Liebevoll? – *hust*.

Die Betaleser schauen mit Argusaugen auf die Geschichte, zerpflücken den Plot, hauen mir Logikfehler gnadenlos um die Ohren, nerven mich mit bohrenden Fragen, auf die ich meist leider keine Antworten weiß. Was nichts anderes bedeutet als: Ich muss mich hinsetzen und die Antworten finden. Und zwar in der dritten Überarbeitung, in der die Anmerkungen der Betaleser berücksichtigt, letzte Formulierungsschlaglöcher geglättet und der eine oder andere Rächtschraipfähler gekillt wird.

Last, but not least

Ihr denkt, jetzt bin ich fertig? Weit gefehlt. Denn nun geht das Manuskript ins finale Korrektorat/Lektorat. Erst danach kommt die letzte Überarbeitung.

Anschließend muss das Buch noch als E-Book, bzw. Paperback gesetzt werden, Kapitelüberschriften gefunden und ein Vor- und Nachwort geschrieben werden. Dieser letzte Teil ist nicht zu unterschätzen (besonders das Setzen) und hat mich schon so manche Nacht gekostet. 😉

Ihr seht, ich bin gerade erst am Anfang einer sehr langen, mühsamen, aber auch spannenden Reise. Es ist ein tolles Gefühl, die eigene Geschichte reifen zu sehen. Mitzuerleben, wie nach und nach unter dem ganzen „Wortdurchfall“ der wahre Kern hervor schimmert. Wie sie erschlankt und erblüht und am Ende der Veröffentlichung würdig ist.

Ein Roman schreibt sich nicht mal eben runter. Er braucht Zeit zu wachsen und zu reifen, um seine Leser zu beglücken.

In diesem Sinne hoffe ich, euch ein weiteres Mal mit einer meiner Geschichten beglücken zu dürfen … wenn sie fertig ist. 🙂

Alles Liebe,

Eure Rebekka Mand

Hallo 2017!

0

Posted on 1. Januar 2017 by

Es gehört ja schon fast zum guten Ton, sich für das neue Jahr ein paar hochtrabende Vorsätze zurechtzulegen und diese dann allesamt zu brechen. Ich bin nicht der Typ für Vorsätze, von denen ich von vorne herein weiß, dass ich sie nicht werde erfüllen können. Aber tatsächlich wohnt dem Jahreswechsel für mich ein gewisser Zauber inne. Alles beginnt von vorn, die Uhr startet bei Null, und auch ich gehe gestärkt und voller Optimismus zurück an den Schreibtisch. Ohne Vorsätze, aber dafür mit Plänen.

Wie bereits in meinem letzten Beitrag angedeutet, wartet einiges an Arbeit auf mich. 2016 war ein sehr durchwachsenes Schreibjahr. In der ersten Jahreshälfte habe ich bewusst eine „Babypause“ eingelegt, da ich im April meinen zweiten Sohn geboren habe. Entsprechend war mein Kopf voll mit anderen Dingen, die nichts, aber auch gar nichts mit störrischen Wikingern zu tun hatten. Das änderte sich in der zweiten Jahreshälfte. Nachdem sich Zuhause alles ganz gut eingespielt hatte und ich mir hier und da ein paar Schreibräume freischaufeln konnte, begann ich, mich intensiv mit meinem Wikingernepos zu befassen, und das Rohmanuskript sogar fertigzustellen! Für meine Leserinnen und Leser war 2016 leider dennoch ein Flautejahr. Das tut mir aufrichtig leid, und ich hoffe, euch 2017 dafür entschädigen zu können!

Entgegen meiner Ankündigung, über die Feiertage die Füße hochzulegen, sitze ich nämlich bereits seit Weihnachten fleißig an der Überarbeitung meines Romanmanuskripts zu „Von den Herren der See“. Ein genaues Veröffentlichungsdatum wage ich noch nicht zu nennen, aber seid euch gewiss, dass ich mir die größte Mühe gebe, die Veröffentlichung bis zur Jahresmitte zu verwirklichen.

Ein weiteres Projekt steht ebenfalls in den Startlöchern. „Der Kuss der Muse“ wartet schon sehr, sehr lange darauf, von euch gelesen zu werden. Sobald ich also meine Wikinger in die finale Schlacht geschickt habe, werde ich mich diesem bösen, kleinen Manuskript widmen und es so weit trimmen, dass ich es hoffentlich zum Jahresende auf den Buchmarkt loslassen kann.

Außerdem habe ich vor, wenigstens eines meiner beiden „Plotküken“, auf denen ich seit einiger Zeit brüte, schlüpfen zu lassen. Heißt: eine neue Geschichte will erdacht und niedergeschrieben werden, jawoll!, damit ihr auch 2018 nicht leer ausgehen müsst.

Auch das Bloggen soll 2017 einen größeren Stellenwert einnehmen. Meine Homepage hatte ich bislang immer sträflich vernachlässigt, aber ich habe vor, nun wenigstens einmal im Monat, oder wenn es zwischendurch aufregende Neuigkeiten gibt, von mir hören zu lassen und euch so stets auf dem neuesten Stand zu halten.

Ihr seht, die Liste meiner Vorsätze ist lang, allerdings starte ich mit gemischten Gefühlen in dieses projektreiche Jahr. Denn auch in privater Hinsicht wird 2017 ein turbulentes Jahr, das mir einiges an Spagaten abverlangen wird. Im April endet meine Elternzeit, sodass ich nach ca. 1,5 Jahren Auszeit erstmal wieder auf beruflichem Parkett Laufen lernen muss. Dazu kommt das Management meines „erfolgreichen kleinen Familienunternehmens“ ;-), die Einschulung meines ältesten Sohnes, sowie die Kita-Eingewöhnung des jüngsten Sprosses.

Ich hoffe deshalb auf euer Verständnis und eure Geduld, wenn es bei mir „mal wieder“ etwas länger dauert. Das Schreiben nimmt einen wichtigen Raum in meinem Leben ein. So wichtig, dass es zu einer festen, nicht wegzudenkenden Größe geworden ist. Jedoch sind meine Schreibräume meist sehr beschränkt, und nicht immer will mein Hirn genau dann auch etwas Brauchbares ausspucken, wenn mein Zeitplan gerade „Hier! Jetzt! Schreib!“ schreit. So schön das auch wäre.

Aber mit Disziplin, Schweiß und einem langen Atem habe ich bisher noch fast alles erreicht … also 2017, gehen wir’s an!

Ich wünsche auch euch, meine lieben Leserinnen und Leser, ein frohes Neues Jahr und gutes Gelingen für alles, was ihr euch vorgenommen habt!

Eure Rebekka Mand

E-N-D-E

0

Posted on 17. Dezember 2016 by

finish-1414156_640

Rund 1700 Seiten, 560.000 Wörter und ungezählte Stunden am PC … das ist die bisherige Bilanz meiner Wikinger – Trilogie, die mich seit nunmehr sechs Jahren auf Schritt und Tritt begleitet.  Und was habe ich nicht alles gemeinsam mit Lynn und Eirik erlebt?

Wir haben gestritten und uns angeschwiegen, zusammen gelacht und gemeinsam gekämpft. Egal was ich tat, sie waren immer dabei, irgendwo in meinem Hinterstübchen. Und nicht nur sie. Etliche Charaktere haben die Geschichte bereichert und begleitet, viele haben sie nicht überlebt (sehr viele, wenn ich so darüber nachdenke … fettes SORRY an alle, die es nicht geschafft haben 😉 )

Am letzten Freitag, den 16.12.2016, rund eine Woche vor Weihnachten, war es dann so weit. Ich habe die magischen vier Buchstaben unter das Romanmanuskript zu „Von den Herren der See“ gesetzt und damit eine Ära beendet.

Mein erster Gedanke war – endlich! Ich bin frei! Frei, etwas Neues zu schreiben, neue Figuren, neue Geschichten zu entdecken. Es gibt so viel, das auf mich wartet!

Dann sickerte die Erkenntnis zu mir durch: Ich werde nie wieder mit Eirik über seine Familie fluchen, nie mehr mit Lynn im Salzfass zittern, nie wieder mit ihr durch valhöl spazieren, mit „Giftzahn“ durch ein Feindesheer pflügen, mit einem Langschiff einen Sturm durchqueren (na gut, das vielleicht doch irgendwann noch mal) und, und, und …

Aus und vorbei.

Diese Figuren haben mich jahrelang begleiten, sind selbst ein Teil von mir geworden. Sie fühlen sich für mich echt an, und nun ist es, als würde ich ein paar sehr gute Freunde für immer verabschieden. Ist das der Grund dafür, warum manche Autoren etliche Bände mit den geliebten Helden veröffentlichen? Verstehen kann ich es, aber für mich steht fest: Dies ist ein Abschied für immer, meine Helden haben ihren Ruhestand mehr als verdient.

Neue Helden, neue Geschichten warten auf mich.

Aber wie geht es nun weiter?

Sicher ist, mit dem Wort ENDE unter einer Geschichte ist es nicht getan. 160.000 Wörter müssen überarbeitet, umgestellt, gelöscht oder hinzugefügt werden. Ich werde ganze Passagen neu schreiben, ganze Szenen dazu erfinden. Die wahre Arbeit beginnt erst jetzt, und sie wird mir noch etliche Stunden mit meinen Lieblingswikingern bescheren. Und bis es dann wirklich, wirklich, wirklich und endlich fertig ist … habe ich gewiss die Schnauze voll von Wikingern im Allgemeinen und diesen im Besonderen.

Bis dahin genieße ich den Triumph, den dieses kleine Wörtchen E-N-D-E mir beschert. Ich habe es geschafft, trotz aller Widrigkeiten, Zweifel und Zeitfresser. Ich habe es geschafft! Und während in meinem Oberstübchen neue und alte Helden miteinander um meine Gunst wetteifern, lehne ich mich zurück und genieße die besinnlichen Weihnachtstage mit meiner Familie. Und lächle.

Ich wünsche all meinen Lesern eine schöne Weihnachtszeit und einen guten „Rutsch“ ins Neue Jahr. Wir lesen uns bald wieder!

Eure Rebekka

Die Muse und der Lektor

0

Posted on 11. November 2016 by

dav

Ich liebe das Schreiben. Wenn ich schreibe, bin ich glücklich, beinahe manisch. Aber gleichzeitig hasse ich es auch, denn verdammt! Es frisst meine Zeit! Zeit, die ich für andere Dinge bräuchte. Meine Familie, Freunde, Hobbies … die Schmutzwäsche!

Meine Muse ist ein Quälgeist. Sie zerrt und fordert und jammert und mault … und wenn ich nicht springe, sobald sie ruft, verzieht sie sich verzickt in ihr Kämmerlein und ward nicht mehr gesehen. Oft für Monate. Also füttere und streichle ich das scheue Geschöpf so oft ich nur kann. Schließlich will ich nicht riskieren, dass es eines Tages seine Sachen packt und bei mir auszieht.

Wenn sie um die Ecke schaut, dann weiß ich: Es gibt kein Entrinnen. Dann kann die Schmutzwäsche sich turmhoch im Wirtschaftsraum stapeln, der Magen knurren, der Rücken schmerzen, Mann und Kinder quengeln. Wenn sie ruft: „Schreib!“, dann schreibe ich. Dann fliegen meine Finger über die Tastatur, dann schaltet sich mein Verstand aus und hinter meinen starr auf den Monitor gerichteten Augen läuft ein Film, den nur ich sehen kann, und den es für den Rest der Welt auf Papier zu bannen gilt. Dann gibt es keine Tippfehler, keine unschönen Formulierungen, keine Zweifel. Sie sieht so zart und harmlos aus wie ein Engel, aber sie ist gnadenlos.

Allzu oft geschieht dies jedoch (leider? Zum Glück?) nicht. Sie ist ein seltener Gast, meine Muse. Schaut nur ab und zu mal rein, um mich anzuspornen oder wieder auf Spur zu bringen.

Der Rest ist harte Arbeit. Quälendes Getippe und Gelösche, mühsames Herumfeilen an DER Formulierung . Ewiges Wälzen von Problemen, von Webseiten, von Büchern, um diese eine Pflanze zu finden, die zwar Bauchschmerzen verursacht, aber nicht tötet, oder herauszufinden, wie man am leichtesten jemandem die Kehle durchschneidet, um dann in dubiosen Jäger -, Schwurbler- oder Selbstmordforen zu landen, sich festzulesen, den nächsten interessanten Link zu klicken … oh, hier gibt’s 20% Rabatt auf Schuhe! … Moment, wollte ich nicht schreiben? Aber es ist schon nach Zehn und morgen muss ich wieder früh raus, naja, dann eben morgen Abend …

Meine Muse verleiht dem Schreiben Magie, aber sie braucht Futter. Und das liefere ich ihr, Tag für Tag, Abend für Abend, wenn ich übermüdet an meinem Laptop klebe und mir mühsam ein Wort nach dem anderen abringe. Und auf sie warte …

Aber auch, wenn das Schreiben die meiste Zeit harte Arbeit ist, würde ich es niemals missen wollen. Denn die wenigen glanzvollen Momente, wenn die Muse erscheint, wenn es „flowed“, sind all die Mühsal wert.

Die wahre Kunst des Schreibens kommt übrigens erst hinterher, wenn es gilt, den Text so anzupassen, dass die „magischen“ und die „erarbeiteten“ Textstellen einander gleichen, sodass es für die Leser keinen Unterschied macht, ob meine Muse vorher angeklopft hat oder nicht. Diesen Teil des Jobs erledige ich gemeinsam mit meinem inneren Lektor (der während der Musenbesuche übrigens gefesselt und geknebelt um Garderobenschrank liegt), der ein kritisches Auge auf alles wirft, was ich geschrieben habe.

Manchmal rauft er sich die Haare, wenn er liest, was meine Muse da verzapft hat … und manchmal lächelt er, wenn meine harte Arbeit ungeahnte Perlen hervorbringt.

Wie aus einer aus dem Ruder gelaufenen Idee ein Roman wurde, oder: Die Wikinger und ich

0

Posted on 11. November 2016 by

 

gde_boat

Ich gestehe – mein Roman „Von den Grenzen der Erde“ entstand aus einer Laune heraus, in einer Zeit, als ich noch nicht wusste, wohin mich das Abenteuer Schreiben führen würde. Eine Tages überfiel mich diese Idee und ließ mich nicht mehr los. Es war lange bevor ich über Kinder und Hausbau nachdachte, als mein Mann und ich noch eine gemütliche kleine Dachgeschosswohnung in Münster bewohnten und ich mein druckfrisches Diplom in der Tasche hatte, ohne einen Plan, was ich nun damit anstellen sollte …

Es war Sommer. Wir saßen auf dem Balkon, hauten ein paar Würstchen auf den Grill und tranken Bier. Ich fühlte mich etwas planlos nach Fertigstellung meiner Diplomarbeit, hatte Langeweile und den Kopf voller krauser Ideen. Ich erzählte meinem Mann von Lynn, dem Mädchen mit der „besonderen Gabe“, ohne zu wissen, worin diese Gabe besteht, oder wohin sie die Geschichte führen wird.

Ich hatte eine vage Vorstellung davon, dass Lynn einen gewissen Status haben könnte, dass sie entführt wird und unter Wilden landet – um dann wieder aufzusteigen, aufgrund ihrer Gabe. Nämlich.

Wir begannen, wild zu spekulieren. Unsichtbarkeit kam ins Spiel, und Teleportation. Die „Wilden“ stellten wir uns als Germanenstamm vor.

„Och nö“, höre ich mich noch sagen, „bloß nichts Historisches!“

Aber sie ließ mich nicht mehr los, diese Lynn, und ich begann, einen Plot zu spinnen, der zunächst recht einfach gestrickt war. Ich fing damit an, germanische Stämme zu recherchieren, was sich als recht mühsam entpuppte. In diesem Zusammenhang stieß ich immer wieder auf die Wikinger.

„Abgedroschen“, dachte ich mir, schließlich zieren muskelbepackte Normannen jedes zweite Groschenromancover im Supermarktregal.

Aber je mehr ich über sie herausfand, umso mehr erkannte ich, wie wenig an den bekannten Klischees dran ist. Und ich beschloss, mit diesen Klischees zu spielen, sie gleichzeitig aufzubrechen. Eine Geschichte zu schreiben, die scheinbar vorhersehbar daherkommt und sich zu etwas ganz Eigenem entwickelt.

Im Laufe dieses Prozesses begann eine zunächst wenig bedeutsame Nebenfigur, der junge Seemann Eirik Karrsson meine Aufmerksamkeit zu fesseln.

Schließlich muss so eine Nebenfigur aufgebaut werden. Sie kann nicht aus dem Nichts einfach auftauchen und der Protagonistin zur Hilfe eilen. Also bekam Eirik seine Geschichte. Ein kleiner Nebenstrang wird erlaubt sein, sagte ich mir, und er begann auf dem thing, mit einer Gerichtsverhandlung, bei der Eirik das Schlimmste zustößt, was einem Nordmann zustoßen kann- Verbannung! Obendrein belegt seine verschmähte Liebste ihn auch noch mit einem Fluch, und so fristet Eirik seine Jahre als Geächteter, als vargr …

Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass die Begegnung mit Eirik Karsson zu einer der intensivsten, verrücktesten, fesselndsten und in den Wahnsinn treibendsten Erfahrungen zählt, die ich je gemacht habe. Mit einem Paukenschlag riss er das Ruder an sich und machte diese Geschichte zu seiner Geschichte, gab ihr eine ganz neue Wendung und sorgte dafür, dass ich nächtelang wie eine Besessene schrieb, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben, was ich da tat.

Und so schrieb ich nicht nur die Geschichte von Lynn, der irischen Königstochter, die den Toten auf dem Pfad ins Jenseits folgt, sondern auch von Eirik, dem verfluchten Krieger, dem Fenrirs Atem bei jedem Schritt ins Genick bläst.

Es entstand eine, nein, es entstanden zwei Geschichten von Helden, die keine sind, von Familien, die auseinanderbrechen, von Liebe, die keine Hoffnung hat, und von einer gefährlichen Sehnsucht, die zur Sucht wird. Die Geschichte handelt von Freundschaft und Verrat. Von Liebe und Tod. Von dem Wunsch, dazuzugehören. Von Heimat. Sie handelt von Grenzen und Grenzgängern. Und sie handelt – natürlich – von Wikingern. 😉

Seither haben Lynn und Erik mich nicht mehr losgelassen. Inzwischen schreibe ich den dritten und letzten Band der Reihe, habe viele Figuren erschaffen und lieb gewonnen (und einige davon auch schweren Herzens wieder ziehen gelassen). Diese Geschichte hat mich beim Schreiben gefesselt, wie keine andere und ich bin unendlich froh, an jenem Sommerabend auf dem Balkon meinem Bauchgefühl gefolgt zu sein, ohne das es heute keine Wikingergeschichten von mir gäbe.