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Schreiben und Alltag

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Posted on 13. März 2017 by

Schreiben und Alltag. Kein leichtes Thema. Und eines, über das sich bereits etliche Autoren ausgelassen haben … was mich nicht daran hindert, euch meine Methode darzulegen.

Jeder Mensch hat einen anderen Alltag, andere Prioritäten. Der eine arbeitet Vollzeit in einem Brotjob und schreibt deshalb zwangsläufig am Feierabend, der nächste kann vom Schreiben leben und gestaltet seine Arbeitszeiten selbst. Und dann bin da ich, Teilzeit berufstätig mit zwei kleinen Kindern, Mann, Haus und inkontinentem Hund. Puh, werdet ihr euch vielleicht denken, wo passt denn da das Schreiben noch rein? Und ganz ehrlich? Das frage ich mich auch oft genug.

Letztlich ist alles eine Frage der Priorität. Lange war das Schreiben nicht mehr als ein Hobby für mich. Etwas, das ich hintenan gestellt habe, bis ich mal eine freie Stunde hatte, um ihm zu frönen. Hatte ich keine Lust oder keine Ideen, ließ ich es bleiben. Dieses Konstrukt mag funktionieren, wenn einem das Schreiben nicht so wichtig ist. Mir ist es jedoch so wichtig, dass das Nicht-Schreiben bei mir seelischen Stress verursacht. Vergleichbar ist das vielleicht mit regelmäßigem Laufen. Die Sportler unter euch mögen mir zustimmen, wenn ich sage, dass regelmäßiges Training das A und O ist, um am Ball zu bleiben. Es hat keinen Zweck, alle vierzehn Tage mal die Laufschuhe zu schnüren und eine lockere Runde zu drehen, denn letztlich kann das Ergebnis einen nur frustrieren. Betreibt man den Sport jedoch regelmäßig, erzeugt es leicht einen gewissen Stress, ihm einmal nicht nachgehen zu können. Man fühlt sich getrieben und unausgeglichen. So geht es mir mit dem Schreiben.

Also? Was bleibt mir anderes übrig, als es zum festen Bestandteil meines Tages zu machen? Zu einem Automatismus, der nur in Ausnahmefällen ausgesetzt werden darf?

Manche Autoren geben den zweifellos wertvollen Tipp, zum Schreiben immer die gleiche Tageszeit zu wählen. Das Gehirn kann sich dann darauf einstellen und den „Kreativ-Schalter“ für diese Zeit umlegen. Das funktioniert bei mir nicht. Meine Arbeitszeiten sind flexibel und meine Kinder in ihren Gewohnheiten leider auch. Deshalb muss ich die Feste feiern, wie sie fallen. Sobald sich unverhofft ein Zeitfenster ergibt, überlege ich nicht erst, ob ich jetzt zuerst die Wäsche mache, die Spülmaschine einräume, staubsauge, oder, oder, oder … (die Liste der Dinge die man STATT Schreiben tun könnte, ist endlos, ehrlich!). Ich hab die Erfahrung gemacht – und teile sie gern mit euch – das Wäsche, Dreck und Co. zu den Dingen gehören, die einem nicht weglaufen, wenn man sie ignoriert. Ganz im Gegensatz zu Schreibzeit und Ideen. So ein Wäscheberg lässt sich wunderbar auch spät abends vor der Glotze beseitigen, und staubsaugen kann ich auch, während die Kinder um mich herumwuseln. Kein Grund, wertvolle Ruhestunden dafür zu opfern.

Also stürze ich zum PC, sobald sich ein Zeitfenster ergibt, lasse Facebook und Co links liegen, starte das Schreibprogramm und fange stumpf an zu tippen. Ehrlich, es ist die einzige Methode, die für mich funktioniert. Aber sie funktioniert auch nur dann, wenn ich am Ball bleibe. Denn habe ich ein paar Tage nicht am Text gearbeitet, muss ich mich erst wieder einlesen, den Faden finden. Und das ist mühsam und kostet wiederum … na? Zeit. 😉

Also, ran an die Tasten, das nächste Abenteuer wartet vielleicht schon.

Eure Rebekka