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Mit Qindie auf der Phantastika – ein Bericht

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Posted on 9. September 2017 by

 

Die Phantastika – das Festival der Phantastik in Oberhausen fand dieses Jahr zum ersten Mal statt.

Eher kurzentschlossen hatte ich mich entschieden, gemeinsam mit Qindie – dem Autorenkorrektiv für Selfpublisher mit Qualitätsanspruch – „on tour“ zu gehen. Vom Genre her fühlte ich mich mit einer Trilogie nicht wirklich zugehörig und hatte mich bei den Vorbereitungen deshalb zurückgehalten. Gut, einen Hauch Phantastik findet man man schon in meinen Geschichten, aber sie deshalb gleich der Fantasy zuzuordnen? Als sich jedoch ein personelles Problem herauskristallisierte, sprang ich kurzer Hand einige Wochen vor Messebeginn ein und sicherte mir dabei auch gleich die Chance auf eine kleine (meine erste!) Lesung.

Samstag morgen um 6:00 Uhr brach ich auf, um mich mit meinen Kolleginnen zu treffen. Mit dabei: Eine ganze Kiste Bücher der ersten beiden Bände der „Grenzen-Saga“, sowie ein druckfrisches Probe -Exemplar von „Von den Herrschern der See“. Dazu um die 100 Leseproben und 250 Postkarten zum verteilen.

Ab 8:00 begann im Oberhausener Kongresszentrum der Standaufbau. Nach einigen Irrungen und Wirrungen (Wo gibt es Ausstellerausweise? Wo können die Aussteller parken? Wo zum Teufel findet man einen Verantwortlichen, der uns alles zeigt?) fanden wir schließlich unser feines Eckchen mit Regalwänden, um unsere Werke auszustellen.

Um 10:00 Uhr ging es los. Die erwarteten Besucherströme blieben jedoch leider aus. Das Kongresszentrum war recht verwinkelt und es fanden auch laufend irgendwelche Veranstaltungen, Lesungen und Workshops statt, was sich erschreckend in den teils gähnend leeren Gängen abzeichnete.

Wir – Katharina Gerlach, Regina Mengel, Lisa-Marie Reuter, Patricia Jankowski und ich – warben dennoch  fleißig für unser Korrektiv und die ausgestellten Bücher. Das eine oder andere Buch ging sogar über den Ladentisch – leider weit weniger, als wir uns erhofft hatten. Trotzdem hat es Spaß gemacht, sich mit den interessierten Besuchern zu unterhalten. Viele kannten Qindie nicht und waren von der Idee begeistert. Die meisten nahmen sich auch Leseproben mit, sodass ich zwischendurch fürchtete, ich hätte zu wenige gedruckt.

Es fand sich eine sehr bunte Mischung wieder. Von Stormtroopern über Steampunk-Schönheiten, Dr.Who – Anhängern und Klingonen … selbst Darth Vader Himself durfte ich bestaunen. Die zahlreichen Workshops und Lesungen ergaben eine bunte Mischung, die sicherlich viele Besucher ansprach.

Es wurde gebastelt, geschminkt und gekämpft – mit Laserschwertern und „echten“ Waffen. Die „Promi – Dichte“ war mit Wolfgang Hohlbein, Kai Meyer, Tommy Krappweis, Ian Beattie u.v.m. auch recht hoch (bestimmt bin ich an dem einen oder anderen vorbei gelaufen, ohne ihn/sie zu erkennen).

 

Am Sonntag – dem zweiten und letzten Tag auf der Phantastika – ging es noch ruhiger zu als tags zuvor. Viele Besucher waren schon samstags da gewesen und hatten Leseproben mitgenommen, sodass am Sonntag weniger geschmökert wurde. Dafür habe ich ein paar Internetbekanntschaften getroffen, z.b. Haramis , die auch meine Lesung besucht hat und Markus Walther, der für seine Buchland-Trilogie warb.

Um 15 Uhr war es so weit. Lesen! Ich! Wir hatten die Besucher an unserem Stand zuvor auf die Lesung angesprochen und sie eingeladen, vorbeizuschauen. Uns war klar, dass eine Lesung unbekannter Indie-Autoren, die gegen die Fantasygröße Kai Meyer anlesen müssen, keinen guten Stand haben, was die Besucherzahlen angeht. Entsprechend überschaubar fiel auch das Publikum aus. Für eine „Erstleserin“ wie mich war das vielleicht aber auch gut so. 😉

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen Regina Mengel und Katharina Gerlach da vorne zu sitzen ließ meine Nerven schnell ruhiger werden. Das Vorlesen hat mir sogar richtig Spaß gemacht und ich hätte gerne noch länger gelesen als nur die mir zugedachten 15-20 Minuten. Beim nächsten Mal. 🙂 Leider habe ich in meiner Aufregung natürlich vergessen, Patricia mein Handy in die Hand zu drücken um Fotos zu machen.

Mein Fazit zur Phantastika fällt durchwachsen aus. Einerseits eine tolle Erfahrung, mich selbst und Qindie auf diese Art präsentieren zu können und für die Besucher sicher zwei schöne und vielfältige Tage. Aus unternehmerischer Sicht hätten die Besucherzahlen viel, viel stärker sein müssen, um wenigstens die Standkosten zu decken und uns bekannter zu machen. Auch die Organisation im Vorfeld sowie die Planung der Veranstaltungen hätte besser verlaufen können, was vermutlich der Tatsache geschuldet ist, dass es sich um eine Erstlingsveranstaltung handelte. Ob wir noch einmal als Korrektiv teilnehmen? Eher unwahrscheinlicher, auch wenn wir den 3. Platz im Wettstreit um den schönsten Stand gemacht haben! Aber als Besucherin werde ich bestimmt nächstes Jahr wiederkommen und etwas mehr Zeit für die vielen verschiedeneren Veranstaltungen und Lesungen mitbringen.