Projekte

An dieser Stelle werde ich euch über meine noch nicht veröffentlichten Projekte auf dem Laufenden halten.  In chronologischer Reihenfolge je nach Fortschritt.

Inklusive Leseproben! 

 

Kjartan (Arbeitstitel)

Historischer Abenteuerroman

Status: Rohfassung steht/ Veröffentlichung für 2018 geplant

Inhalt:

Ein Segeltörn der besonderen Art, eine Freundschaft wider Willen und ein Amulett, um das sich eine finstere Legende rankt …

Leseprobe:

Das Krähen eines Hahns weckte ihn früh am Morgen. Kjartan blinzelte in die grelle Morgensonne, wälzte sich auf den Bauch und schloss die Augen wieder. Sein Schädel dröhnte von dem Gelage am Abend, er hatte noch lange in seinen Krug gestarrt, nachdem die Diebin auf Nimmerwiedersehen mit seinem Dolch, und Ashilda mit seinem Herzen verschwunden war. Er wollte noch etwas schlafen, nur noch ein bisschen. Doch das staubige Heu kitzelte seine Nase und brachte ihn zum Niesen. Und dann dieser verfluchte Hahn! Etwas zupfte an seinem Haar, er knurrte und schlug halbherzig danach. Gackern und Flügelschlagen waren die erboste Antwort. Kjartan öffnete die Augen wieder. Heu? Hühner? Sofort war er hellwach und setzte sich auf, ungeachtet des Schwindels, der ihn befiel. Er saß in einem Heuhaufen. Und er war nackt! Die wenigen Menschen, die um diese Zeit schon auf den Beinen waren, warfen ihm teils amüsierte, teils grimmige Blicke zu. Kjartan bedeckte seine Blöße mit etwas Heu und versuchte zu ergründen, was geschehen war. Er konnte schwören, er hatte den Weg zurück zum Schiff letzte Nacht noch gefunden. Wie war er also hier gelandet? Eine Bäuerin trat aus dem Haus, zu dem offenbar der Heuhaufen und die Hühner gehörten und beschimpfte ihn wüst. In ihrer Rechten schwang sie eine Mistgabel. Kjartan machte eine beschwichtigende Geste und stand langsam auf. Heu klebte an seiner schweißnassen Haut, er musste selbst aussehen wie ein blankgerupftes Huhn. Wo, bei den Göttern, waren seine Sachen? Keine Zeit, sich darum zu kümmern, die Bäuerin rief nun nach ihrem Knecht. Kjartan machte sich davon, nackt wie er war. In einem Hinterhof fand er eine Wäscheleine mit ein paar Kleidungsstücken. Er vergewisserte sich, dass niemand ihn sah. Dann stahl er eines der Hemden und zog es sich im Laufen über den Kopf. Das Hemd reichte ihm fast bis zu den Knien. So erweckte er zwar immer noch zu viel Aufsehen, aber wenigstens starrten sie ihn nicht mehr ganz so offen an. Nervös nestelte er an der Kordel, die das Hemd vor der Brust zusammenhielt – und blieb stehen.

„Das kann doch nicht … nein!“

Seine Hand griff nach dem Anhänger, der auf seiner Brust lag und sein Magen zog sich zusammen. Ashildas Anhänger. Er zog die Kette über den Kopf und starrte sie an, als würde es dadurch weniger wahr.

„Scheiße“, flüsterte er.

Dann begann er zu rennen. Seine nackten Füße flogen über die staubige Straße. Er wich Karren, Menschen und streunenden Hunden aus. Manch ein erboster Fluch begleitete ihn auf seinem Weg. Es kümmerte ihn nicht. Sein Herz jagte ihm voraus, zum Hafen. Das Schiff legte gerade ab. Das Segel blähte sich in der sanften Brise, die Ruder staken im Gleichtakt in das türkisblaue Wasser.

„Nein!“, schrie er. „Nein, wartet auf mich!“

Er konnte es schaffen. Er musste es schaffen! An Deck des Schiffes sah er sie. Ashilda. Sie blickte ihm entgegen, ihre Hände krallten sich in die Reling. Und hinter ihr, wie ein riesenhafter, drohender Schatten: Hjalmar. Kjartan sprintete über den Anleger und sprang. Seine Beine rannten weiter, rannten durch die Luft, in dem verzweifelten Versuch, den Sprung zu verlängern. Das Schiff flog ihm entgegen, er streckte die Arme aus, um sich an die Balustrade zu klammern. Vorbei. Mit einem schmerzhaften Platschen landete er im Wasser. Die Nacht hatte es abgekühlt, die unerwartete Kälte war ein Schock für seine erhitzten Glieder. Er tauchte zurück an die Oberfläche, dem Schiffskörper entgegen. Sein Kopf brach durch das Wasser und er hörte Gelächter. „Schönes Leben noch, Kjartan Runolfsson, du elende Schiffsratte!“, brüllte Hjalmar und sein gehässiges Lachen brachte Kjartans Herz noch mehr in Aufruhr. Er sah dem sich entfernenden Schiff hinterher und hatte doch nur Augen für die eine Gestalt, die dort im Heck stand und als einzige nicht lachte. Sie drehte sich halb zu Hjalmar um, sprach auf ihn ein. Schließlich schien Hjalmar sich zu erweichen. Er bückte sich und für einen kurzen Moment entzog sich seine Gestalt Kjartans Blick. Dann tauchte er wieder auf, hievte einen Seesack über die Reling. „Grüß deinen Onkel von mir, falls du es je nach Hause schaffst!“, rief Hjalmar ihm zu, dann klatschte der Sack auf die Wasseroberfläche. Kjartan verstand den Wink. Der einzige Grund, warum er noch lebte und nun auch noch seine Sachen zurückbekam, war die Tatsache, dass er Eirik Karrssons Neffe war. Und er dankte den Göttern dafür.

***


Sozialstunden (Arbeitstitel)

Kriminalistischer Liebesroman

Status: Work in Progress, Veröffentlichung für 2018/2019 geplant

Leseprobe:

Nach einer halben Stunde ziehen Mike und Frau Stelzer sich zur Übergabe zurück und Ron setzt sich zu uns, was die drei Damen sogleich in helle Aufregung versetzt. Frau Hülster errötet regelrecht und Frau Gantner kichert wie ein Mädchen, als Ron ihr ein Kompliment über ihr Spiel macht.

„Haben Sie schon mal über Poker nachgedacht, Ladys?“, will er wissen und nimmt den Kartenstapel an sich, als wir die Runde beendet haben.

„Poker?“, Frau Hülster winkt entrüstet ab. „Das ist doch nichts für uns. Das spielen nur die Gangster. Der Scheuer und sein Bruder gehören zu so einem Club, hab ich gehört.“ Sie beugt sich etwas vor und senkt die Stimme.

Frau Gantner fummel an ihrem Hörgerät herum und verzieht das Gesicht.„Lauter, Renate. Ich versteh dich nicht.“

„Geht nicht“, flüstert Frau Hülster ziemlich ohrenbetäubend. „Wenn der uns hört, nimmt der uns Hopps. Ihr wisst doch, was man sich erzählt …“

„Was erzählt man sich denn?“ Ron beugt sich ebenfalls vor und die Damen rücken, bis auf die im Rollstuhl sitzende Frau Meyer, näher an ihn heran. Ron zwinkert mir zu. Unglaublich, selbst die Seniorinnen fressen ihm aus der Hand.

„Der hat einen umgebracht. Hat ihn erschossen, mitten ins Gesicht, angeblich war’s der Liebhaber seiner Frau.“

Ron wirkt jetzt ehrlich schockiert, kein Wunder, mir ging es genauso, als ich davon hörte. „Kein Witz?“, vergewissert er sich.

Frau Hülster schüttelt inbrünstig den Kopf. „Der gibt ja noch an damit, der Halunke! Der war mal ne ganz große Nummer, behauptet er. Drogen, Glücksspiel, Zuhälterei …“ Sie verstummt, als Didi Scheuer gemeinsam mit Mike, der seinen Rollstuhl schiebt, den Flur passiert.

„N’abend, Mädels!“, ruft er und zwinkert ihnen durch seine getönte Brille zu.

„Guten Abend, Herr Scheuer.“ Frau Hülster richtet sich auf und nickt reserviert. Sobald die beiden vorbei sind, stecken sie die Köpfe wieder zusammen. „Man munkelt, er sei noch heute aktiv, also nehmen Sie sich in acht, junger Mann.“

Unbehaglich lehne ich mich zurück. „Das glaube ich nicht. Wie soll das denn gehen? Seine Glanzzeiten sind vorbei, der Rest ist Aufschneiderei.“

Ron klatscht in die Hände. „Also, Poker? Wer ist dabei?“

***


Potentiam (AT)

Historische Fantasy

Status: in Planung …

Eine raue Insel am Ende der Welt. Eine junge Frau ohne Erinnerung. Zwei Brüder, auf übernatürliche Weise miteinander verbunden. Nur die Liebe kann das Bündnis brechen.

 

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